6 Schritte, um durch feminine Qualitäten Balance ins Leben zu bringen

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In einer Gesellschaft, die maskuline Werte und Qualitäten überbetont, ist es ein revolutionärer und mutiger Schritt, ganz bewusst feminine Qualitäten in die Waagschale zu legen. In diesem Artikel lernst du 6 ganz konkrete Schritte kennen, wie du mit femininen Qualitäten Balance in dein Leben bringen kannst.

Youbeee Expertenbeitrag

1. Selbstliebe & Selbstvergebung erlernen

Gegen das permanente Überschreiten der eigenen Grenzen hilft nur eine große Portion Selbstliebe und Selbstfürsorge. Unterstützende Sätze können in etwa so lauten:

Ich bin mir selbst wichtig.

Ich achte gut auf mich selbst.

Ich würdige meinen Körper, meinen Geist und meine Seele in täglicher Praxis.

Ich weiß, wie schwierig dies im Hamsterrad der Leistungsgesellschaft ist! Darum sage ich, dass die Praxis der Selbstliebe eine Revolution darstellt! Nicht mehr ununterbrochen zur Verfügung zu stehen, sondern die eigenen Grenzen zu wahren und zu würdigen, ist anfangs eine große Herausforderung. Doch wer sich zum Einstieg kleine Nischen der Selbstliebe in den Alltag einbaut, merkt, wie lebensnotwendig diese sind. Noch sind es erst Einzelpersonen, die solche neuen Vorbilder sind – doch die brauchen wir ganz dringend!

Dich selbst zu lieben ist direkt mit der Fähigkeit verbunden, dir selbst zu vergeben. Wer sich beispielsweise selbst Vorwürfe macht, die geplante Fitness-Stunde im heißen Schaumbad verbracht zu haben, sabotiert sich selbst und hebelt die Selbstliebe aus. Also sammle täglich abends deine Selbstvorwürfe und sprich deine Selbstvergebung – es ist fast wie ein Mantra!

Ich vergebe mir … zu 100 %. Ich liebe mich selbst zu 100 %.

Auch wenn es anfangs hölzern und leer klingen mag: Das Mantra hat seine Wirkung, wenn du es täglich praktizierst. Fake it ‚till you make it!

2. Würdigung & Wertschätzung finden

Ein Schlüsselerlebnis für mich war das Jammer-Fasten, das ich am Aschermittwoch des Jahres 2012 ausgerufen habe. Wow, was für eine Veränderung, wenn dir bewusst wird, wie oft du pro Tag über irgendetwas jammerst oder dich beschwerst. Das Jammer-Fasten ist eine tolle Übung, dir das eigene Kritisieren bewusst zu machen.

In meinem Leben ist aus dem Jammer-Fasten automatisch eine Würdigung entstanden: Wer mit dem Jammern aufhört, merkt, dass das Leben eigentlich gar nicht so schlimm ist. Jammer-Fasten ist ein Weg, mit dem Drama im eigenen Leben Schluss zu machen und Wertschätzung für das zu finden, was sich im Leben, in der jeweiligen Situation, im Gegenüber zeigt.

3. Gefühle würdigen

Über die Selbstliebe und die Selbstvergebung gelingt es nach und nach, sich selbst die Erlaubnis zu geben, Gefühle zu haben und zu zeigen. Welch eine Erleichterung, sich mit der eigenen Gefühlswelt zu versöhnen! Es trägt maßgeblich zur Lebensqualität bei, den eigenen Gefühlen Raum zu geben. Das Leben ist dann nicht mehr so hart, sondern fließender. Gefühle werden von Feinden zu Verbündeten und finden zurück zur inneren Balance.

in Nebeneffekt der Versöhnung mit den eigenen Gefühlen ist die Verstärkung des Mitgefühls. Wenn du dich, deinen Körper und deine Gefühle besser wahrnehmen kannst, spürst du auch leichter, wie es anderen Lebewesen geht. Dieses Mitgefühl fungiert als Detektor für die eigenen Grenzen und die Grenzen anderer. So nimmt ganz automatisch die Gewaltbereitschaft ab und der Wunsch nach friedlicher Konfliktlösung steigt – einfach weil wir ein Gespür dafür bekommen, wie viel Schmerz und Leid Gewalt und kriegerische Konflikte auslösen.

Als Frau ist es eine wunderschöne Bereicherung, einen Frauenkreis zu finden, in dem du dich mit deinen Gefühlen zeigen darfst. Ich erlebe es als so überaus heilsam, mit bewussten Frauen gemeinsam Gefühle zu erforschen und auszudrücken, Gefühlen Raum zu geben und sie fließen zu lassen. Diese Praxis lohnt nicht nur wegen der Selbsterkenntnis, sondern gibt mir und den anderen Frauen ein neues feminines Selbstverständnis, unsere Gefühle selbstbewusst  in unser Leben zurück zu integrieren.

4. Sehnsucht würdigen, Sinn & Erfüllung finden

Wenn du mit deinen Gefühlen in Verbindung bist, spürst du auch wieder deine eigenen Bedürfnisse. Die äußeren Instanzen, was „man“ für ein erfülltes Leben braucht, verlieren an Bedeutung, die eigenen Sehnsüchte treten in den Vordergrund. Du merkst, wievielte Bedürfnisse ganz ohne Geld, ganz ohne Investition erfüllt werden können: Ruhe, Balance, Verbundenheit, Naturerfahrung, Freude, Tanz, … Plötzlich findest du ganz viel Unabhängigkeit vom Wirtschaftssystem!

Zudem erfährst du ein tiefes Sehnen in deinem Herzen, deinen ganz persönlichen Beitrag zur Evolution einzubringen. Du hörst den Ruf, deine Berufung, dein Dharma – es ist, als könntest du nun deine innere Sonne wahrnehmen und dich zu ihr hinwenden. Dieses ganz bewusste Hinschauen und Annehmen der Berufung ist das Fundament für ein Leben voller Sinn und Erfüllung.

5. Bewusst zyklische Prozesse erleben

Sehr viel Stress kannst du aus deinem Leben herausnehmen, wenn du natürliche zyklische Prozesse bewusst wahrnimmst und mit ihnen mitschwingst: dein Atemrhythmus, die Tag-Nacht-Rhythmen, dein Bio-Rhythmus, die Jahreszeiten, Lebensphasen, Mondphasen, aber auch dein weiblicher Zyklus (wenn du eine Frau bist).

Es ist ganz natürlich, dass du Zeiten erhöhter Leistungsfähigkeit und Zeiten mit mehr Ruhebedürfnis erlebst. Erlaube dir die Phasen, in denen du dich zurückziehst und rastest. Mach es wie der Baum: Im Herbst zieht er seine Säfte in sich zurück, rastet über den Winter und treibt dann im nächsten Frühling wieder mit voller Kraft aus – um zu wachsen, zu blühen und Früchte zu tragen.

Lass uns den Widerstand aufgeben, der durch das lineare Denken entsteht, dass wir immer kreativ, leistungsfähig, dynamisch, mobil, effizient, etc. sein sollten. Ehren wir die zyklische Natur des Lebens! So finden wir Balance.

Und wir finden einen tieferen Zugang zu unserem eigenen Körper, zur Natur und zum Planeten Erde. Über das Würdigen zyklischer Prozesse gelingt es, voll und ganz im irdischen Leben anzukommen, sich zu erden und im eigenen Platz auf der Welt zu verwurzeln.

6. Kooperation fördern

Steige bewusst aus der Konkurrenz aus, indem du erkennst, dass wir die komplexen Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam in Kooperation bewältigen können. Der Ausstieg aus dem Wettbewerb ist eine subtile Angelegenheit, bei der du dein ganzes Repertoire an Selbstreflexion und Selbsterkenntnis nützen kannst:

Woran erkenne ich, dass ich unbewusst ins Konkurrenzdenken eingestiegen bin?

Vielleicht daran, dass du der Kollegin ihren Erfolg neidest? Dann halte inne, bade in Selbstliebe, ggf. vergib dir selbst und dann freue dich daran, dass die Menschheit mit dem Erfolg deiner Kollegin wieder einen Schritt weiter gekommen ist.

Vielleicht daran, dass du die Kinder durch ein „Wer ist als erstes fertig?“ motivieren möchtest? Dann halte inne und überlege dir einen spielerischen Weg, gemeinsam zügig fertig zu werden.

Längst wurde in wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass wir Menschen am erfolgreichsten Probleme lösen, wenn wir uns gegenseitig helfen und zusammenarbeiten. Finde laufend Möglichkeiten, andere zu unterstützen, bzw. andere um Hilfe zu bitten, um ein Problem zu lösen. Spüre welchen emotionalen Unterschied das Lösen der Herausforderung durch Kooperation statt Konkurrenz bringt!

Und hier geht es zum letzten Artikel „Balance durch feminine Qualitäten: Aus dem Gleichgewicht“ von Uli Feichtinger.

Titelbild

„Hold on“ © KMo Foto via flickr.com CC BY 2.0 

 

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