Vom gestressten Ich zur ICH-Ressource – 5 einfache Schritte für mehr Power im Alltag

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Was die heutige Arbeitswelt betrifft, sind in den meisten Ländern Europas die Arbeitsbedingungen völlig anders als noch vor 30-40 Jahren. Waren in den 1970er Jahren noch je 50% der Arbeitnehmer im Sektor Industrie und Gewerbe sowie im Dienstleistungsbereich tätig, sind aktuell bereits zwei Drittel im Dienstleistungs- und Informationssektor beschäftigt. Die veränderten Arbeitsbedingungen rufen nach veränderten Lebensweisen. Alles wird schneller, Stress ist allgegenwärtig. Immer mehr Menschen fühlen sich müde und ausgepowert und suchen nach Möglichkeiten ihre Batterien wieder aufzutanken. Das Rückbesinnen auf unser ganz eigenes Potential, die ICH-Ressource ist ein Weg raus aus dem Stress im Alltag.

Youbeee Expertenbeitrag

Jeder Mensch bringt ein ganz bestimmtes Potenzial an Talenten und Fähigkeiten ins Leben mit. Dieses kann im Lauf seiner Entwicklung erweitert, vertieft, verändert, aber auch verdrängt, vergessen oder verringert werden. Je mehr wir diesem Potential, auch ICH-Ressource genannt, vertrauen, desto leichter und gar selbstverständlicher meistern wir den Stress und die Aufgaben unseres täglichen Lebens. Dinge fallen uns dann gewissermaßen zu. So kommen „zufällig“ im richtigen Moment die richtigen Personen, Entscheidungen, Unterstützungen in unser Leben.

Vom gestressten Ich zur ICH-Ressource – 5 einfache Schritte für mehr Power im Alltag

1. Kleine Pausen zwischendurch als ICH-Ressource 

Erstens benötigen wir Möglichkeiten, unsere Ressourcen rascher wieder aufzubauen, bzw. unsere Energie über den Tag verteilt in kleinen Dosen immer wieder zu erneuern. Pausen am Arbeitsplatz, Bewegung an der frischen Luft, gesunde und qualitativ hochwertige Ernährung und ein respektvoller Umgang mit seinen Mitmenschen tragen zum Beispiel dazu bei, uns gegen Stress zu wappnen.

2. Umdenken für die ICH-Ressource 

Zweitens brauchen wir ein neues Denken und vor allem ein neues LEBEN der Ressource „Mensch“! Wir sind keine Maschinen oder Akkus, die man über Nacht einfach mal schnell anstecken und wieder bis zu 100% aufladen kann! Denn was uns grundsätzlich von Akkus unterscheidet, ist die Möglichkeit, unsere Energien wieder rasch und bequem aufzuladen. Dieses „Anstecken“ an eine Energiequelle, die uns von der ersten bis zur letzten Sekunde des Ladevorgangs die volle und konstante Leistung gibt, steht uns nicht zur Verfügung.

3. Schlafen als ICH-Ressource

Unsere Auflade-Quelle wäre in erster Linie die Tiefschlafphase in der Nacht. Doch zeigt diese in der Praxis bereits eine massive Qualitätsminderung auf. Schlaflosigkeit, unterbrochener Schlaf, leichter Schlaf, traumreicher Schlaf, unregelmäßiger Schlaf, zu viel Licht in der Nacht, Lärm, Strahlung – all diese Faktoren beeinträchtigen unseren „Aufladevorgang“ erheblich. Und so lässt uns die fehlende Erholung oft schon in der Früh mit nur 40-50 % der Energie in den neuen Tag starten. Während des Tages finden die meisten von uns vor lauter Stress keine Möglichkeit, auch nur kurz zu regenerieren, qualitative Pausen einzulegen oder geschweige denn zu schlafen. Permanente Bereitschaft und Erreichbarkeit saugen weiter an unserer Energie und holen auch noch das letzte Prozent unserer Leistungsfähigkeit aus uns heraus. Denn die Anforderungen bleiben ja nicht auf die erwerbsmäßige Arbeit beschränkt, sondern gehen im privaten Leben mit Familie, Freunden, Freizeitaktivitäten, Informations- und materiellem Konsum weiter.

Ist es da noch verwunderlich, dass die Krankenstände durch „psychische Belastungen“ inzwischen die körperlich bedingten Krankheitsfälle um das dreifache übersteigen? (Quelle: Arbeit&Wirtschaft, Arbeiterkammer, August 2014 sowie Fehlzeitenreport 2011, Forum Gesundheit, OÖGKK)

4. Selbstverantwortung und Eigenwahrnehmung als ICH-Ressource gegen Stress

Was können wir also tun, um dieser Tendenz Einhalt zu gebieten, beziehungsweise ihr entgegenzuwirken? Lasst uns nicht darauf warten, dass sich die Arbeitswelt vielleicht zu mehr Menschlichkeit entwickelt. Jeder einzelne von uns hat selbst die Verantwortung, auf seine eigene Gesundheit, seine eigenen Ressourcen, seine ICH-Ressource zu achten! Nur wenn jeder von uns bewusster mit diesem Thema umgeht, kann sich auch globalwirtschaftlich etwas ändern.

Doch dazu ist es dringend notwendig, dass wir uns wieder spüren, unsere Bedürfnisse kennen, die Signale des Körpers wahrnehmen sowie Möglichkeiten zu finden, die ICH-Ressource wieder nachhaltig aufzubauen. Und da wir alle ganz individuell, mit verschiedensten Konstitutionen, Konditionierungen und Rahmenbedingungen leben, müssen wir auch alle unsere eigenen Mittel und Wege finden, uns zu regenerieren.

5. Gesundheitsunterstützer als ICH-Ressource

Dies alles passiert notwendigerweise nicht allein. Wir dürfen uns Tipps und Anregungen holen. Davon gibt es viele, und es ist für jeden von uns etwas dabei. Es gibt zahlreiche Anbieter von Techniken und Methoden, aus denen jede(r) die für sie/ihn passenden Übungen und Empfehlungen wählen kann.

Ich selbst sehe mich als einer dieser Gesundheitsunterstützer und möchte dir im Folgenden gerne eine meiner Lieblingsübungen mit auf den Weg geben. Nimm sie dir gleich mal, deine fünf Minuten für heute.

5-Minuten-Übung
  1. Stell dich aufrecht hin, wenn möglich ohne Schuhe, und verlagere zunächst dein Körpergewicht auf deine Zehenballen, ohne mit der Ferse abzuheben. Bleib einige Sekunden in dieser Position und pendle dann zur Mitte zurück. Anschließend verlagerst du dein Gewicht auf die Fersen. Achte darauf, dass der Körper in einer leichten Spannung bleibt, sodass die Wirbelsäule auf einer Linie bleibt und nirgends einknickt. Zurück zur Mitte und kurz nachspüren. Dann dass Gewicht aufs linke Bein verlagern (ca. 10 Sekunden), zurück zur Mitte (ca. 5 Sekunden) und aufs rechte Bein (wieder ca. 10 Sekunden). Wenn du dann wieder zur Mitte zurückkehrst, machst du im besten Fall die Erfahrung eines festeren und sichereren Stands.
  2. Nun weiter zu den Armen: In stehender Position beide Arme gestreckt nach vorne bringen (bis in Brusthöhe), dann die Ellbogen anwinkeln, die Handflächen zeigen dabei zueinander, und dann die abgewinkelten Arme zur Seite öffnen und dabei tief ein-und ausatmen. Die Arme bleiben in der Position des ersten Widerstands und mit jeder Ein-und Ausatmung kann die Dehnung um ein paar Millimeter weiter nach hinten gehen. Nach ca. 30 Sek. wieder zurück zur Mitte, Ellbogen ausstrecken, Handflächen und dann Arme nach unten. Mindestens 10 Sekunden nachspüren!
  3. Als nächstes beuge deinen Oberkörper langsam nach vorne und lass ihn einfach hängen. Dann richte dich wieder Wirbel für Wirbel auf. Nimm dir Zeit und versuche, wirklich jeden Wirbel zu spüren. Wenn du wieder in der aufrechten Position bist, kannst du noch mit den Handrücken den unteren Rücken im Bereich der Nieren für ca. 10 Sekunden massieren.
  4. Nun weiter zu den Handgelenken und den Schultern: Kreise 10 Sekunden lang beide Handgelenke locker in die Außenrichtung, dann 10 Sekunden in die Innenrichtung. Anschließend 20 Sekunden lang die Schultern langsam und bis zur eigenen körperlichen Grenze nach oben, hinten, unten, vorne kreisen und dann 20 Sekunden zuerst nach vorne, unten, hinten und oben. Dann mit einer tiefen Ausatmung fallen lassen.
  5. Und zum Schluss atme 3x tief ein und aus. Summe dann die Selbstlaute A, E, I, O, U (pro Selbstlaut ca. 10 Sekunden); falls notwendig, dazwischen unbedingt wieder Luft holen! J Achte dabei auf die verschiedenen Resonanzräume im Körper bei den verschiedenen Lauten! Zum Abschluss ein lautes JA rufen!

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Spiegel oder Klaus Gisinger! 😉

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Titelbild

„Sometimes you need to press pause to let everything sink in. Sebastian Vettel“ © Sebastien Wiertz via flickr.com CC BY 2.0 

 

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